NC. 5587 pr in Cam 11 Dec 1841
An
Fürstliche Rentkammer
Untertänigster Bericht
des Oberförsters zu Baum,
Ein von Krückeberg
[R] Nro 10 in Berenbusch
[rK/Ref.] anzukaufendes
Grundstück betreffend
Dem vor Fürstlicher Rentkammer erhaltenen Aufträge zufolge, habe
ich das Grundstück, von welchen in dem vom Colon Krückeberg
unterem 21ten v. M. sub N. C. 5263 bei Fürstlicher Rentkammer
eingereichten Gesuch Erwähnung geschieht, an Ort und Stelle in
Augen schein genommen und füge ich von der Lage dieses
Grundstücks hier eine Situations-Zeichnung bei.
Das Grundstück hält nach Angabe des Krückeberg 9 Morgen 19 Ruthen
wovon 8 Morgen 90 Ruthen im Jahr 1814 von der herrschaftlichen
Söhr-Weide und 49 Ruthen im Jahr 1818 vom Forstgründe angekauft
sind, und sind bisher hiervon 8 1/2 Morgen als Saatland und das
übrige als Wiese benutzt worden.
Das Grundstück hat einen schweren thonigten Boden, der als
mittelmässig von Güte anzunehmen wäre, wenn solcher nicht oft
Überschwemmungen ausgesetzt seÿ und zwar, sobald die Aue austritt
staut das Wasser von der Neubenau bei Evesen herauf auf die, auf
der Söhre belegenen Grundstücke und weil von hieraus kein
weiteres Gefälle ist, muß das Waßer, nachdem die Nebenaue wieder
in ihre Ufer zurück getreten ist, denselben Weg von den
Söhr-Grundstücken wieder nach Evesen zurück nehmen.
Nach der Aussage mehrerer Einwohner in Berenbusch und Nor holz
haben Krückeberg auf diesen Grundstücke bei trockenen Jahren sehr
starkes Korn geerntet, dagegen bei nassen Jahren, oftmalen auch
nicht die Einsaat wieder bekommen.
Ich glaube zwar, daß die auf der Söhre belegenen Grundstücke im
allgemeinen sehr verbessert werden könnten und zwar dadurch daß
von diesen Grundstücken ein vielleicht 6 bis 8 Fuß tiefer Canal
nach der Flakenbrücke gezogen würde, der bei Überschwemmungen das
Wasser ab und in den Canal bei der Flakenbrücke führte wenigstens
scheint dahin Gefälle zu sein.
Nach meiner Beurtheilung und auch nach dem Urtheile
Sachverständiger Landwirthe, ist der Werth von diesem Grundstücke
der Morgen nicht höher als zu 50 Rthl zu veranschlagen und hat
Krückeberg daher solches im Jahr 1814 zu einem viel zu hohen
Preise angekauft.
Dieses Grundstück, auch selbst für den vorbenannten Preis von 50
Rthl p Morgen für herrschaftliche Rechnung anzukaufen, und für
die Folge zu benutzen, möchte nach meinen Dafürhalten nicht im
herrschaftlichen Interesse liegen, weil solches in keiner
Hinsicht vortheilhaft benutzt werden kann und zwar
1. solches als Saatlanderey zu benutzen, ist das Grundstück den
herrschaftlichen Meÿereÿen zu weit entfernt und bei einer
Verpachtung wird, wegen der nassen Beschaffenheit des Bodens,
schwerlich mehr den 2 Rtl Pacht pro Morgen gebothen werden.
2. solches als Wiese zu benutzen, wird auch kein höherer Ertrag
bewirkt werden, wenigstens liefert die an dieses Grundstück
stossende Söhr-Weide auch nur sehr schlechtes Heu, als Folge des
zu nassen Bodens und endlich
3. solches mit Holz anzubauen ist eben so wenig vortheilhaft und
zwar weil die Entwässerung sehr kostspielig werden würde und
außerdem greift dieses Grundstück auch in die neben liegenden
Grundstücke hinein.
Der Schuldenzustand des Krückberg gestattet, denselben auch
nicht, das erwähnte Grundstück für einen so billigen Preis
verkaufen zu dürfen, wenigstens wurde denselben mit dem Verkaufe
desselben nur für eine kurze Zeit geholfen sein, und mehr als 50
Rthl pro Morgen dafür zu entrichten, kann nur in der Absicht sich
begründen, den Supplicanten aus seiner misslichen Lage zu
befreien.
Baum d 10ten Decbr 1841.
[Creuzinger]
|
NC. 5587
presented in Cam[mer] 11 Dec 1841
To the Princely Chamber of Revenues, Most Humble Report of the
Head Forester at Baum,
Concerning a piece of property to be purchased from Krückeberg
No. 10 in Berenbusch
[R]
[rK/Ref.]
Acting on orders from the Princely Rent Chamber, I inspected on site the
parcel mentioned in Colon Krückeberg’s petition of the 21st of last
month (sub N. C. 5263) to that chamber, and I attach a sketch of its
location.
According to Krückeberg, the parcel measures 9 Morgen 19 Ruthen; of
this, 8 Morgen 90 Ruthen were bought in 1814 from the manorial Söhre
pasture and 49 Ruthen in 1818 from forest land. To date, 8½ Morgen have
been used as arable, the rest as meadow.
The soil is heavy clay. On its own it would count as medium quality, but
it is often flooded. When the Aue overflows, water from the Neubenau at
Evesen backs up onto the plots on the Söhre; and because from there the
water has nowhere to run, once the Nebenaue returns to its banks the
water has to drain back the same way toward Evesen.
Several residents of Berenbusch and Nordholz report that Krückeberg
harvested very good grain here in dry years, but in wet years often did
not even recover the seed.
I believe the Söhre plots could generally be much improved by cutting a
canal, perhaps 6–8 feet deep, toward the Flakenbrücke; in floods it
would carry the water away and into the canal at the Flokenbrücke. There
appears to be a gradient in that direction.
In my judgment, and that of expert farmers, this parcel is worth no more
than 50 Rthl per Morgen; Krückeberg therefore paid far too much for it
in 1814.
Buying this parcel—even at 50 Rthl per Morgen—on the lordship’s account
and then using it would not, in my view, be in the lordship’s interest,
because it cannot be used profitably:
1. As arable, it lies too far from the manorial demesnes (lordship-run
home farms); if leased out, given the wet soil, scarcely more than 2
Rthl rent per Morgen would be offered.
2. As meadow, it would not yield more either; the adjoining Söhre
pasture produces very poor hay because the soil is too wet.
3. Planting it with timber would be no better: drainage would be very
costly, and the parcel also encroaches on neighboring plots.
Krückberg’s debts also argue against letting him sell the parcel at so
low a price; at best the sale would help only briefly. Paying more than
50 Rthl per Morgen could only be justified by the wish to relieve the
petitioner from his difficult situation.
Baum Dec. 10, 1841.
[Creuzinger]
|